THE HAPPY DISHARMONISTS

Mitten in den 80er Jahren entschieden einige Schüler eines Nordberliner Gymnasiums, nach dem Abitur das gemeinsame Singen fortzuführen. Wir erinnern uns: Helmut Kohl hatte eben mit seiner Ära begonnen, es gab Deutschland noch zweimal, Berlin war eingemauert und Kommunikation funktionierte ohne E-Mail und Smartphone. In dieser Zeit hatte Robert Biberti, geschäftstüchtiger Bass der legendären Comedian Harmonists, eine große deutsche Plattenfirma zu einem Greatest-Hits-Album überredet. Und mit dem Erfolg und dem daraus resultierenden postumen Comeback der Gruppe gedieh allerorts der "Kleine grüne Kaktus" in Rekordzeit. Nun war Deutschland zu dieser Zeit in Sachen Chorliteratur der sogenannten „U-Musik“ ein Entwicklungsland. Es blieb nur die Lösung: Selbermachen! Der lose Schülerhaufen hatte sich inzwischen einen Namen gegeben, traf sich regelmäßig immer wieder sonntags und war auf 22 Mitglieder gewachsen. Carsten Gerlitz wechselte die Seite zur tonangebenden Gabel und begann für das Ensemble zu arrangieren. Früh war klar, dass der Schwerpunkt Popmusik im Chorgewand sein sollte. Eben: Chor – einmal anders. Zunächst kaktusgeprägt mit Titeln aus den 30ern (Ausgerechnet Bananen, Ich wollt ich wär ein Huhn, O Donna Clara samt mit einer stilisierten „Kreissäge“ – einem Hut aus dieser Zeit und einer Fliege als Logo) aber auch durch die King's Singers motiviert zu Bearbeitungen aktuellerer Hits. 

1985 sangen die DISHARMONISTS erstmalig öffentlich (I just called to say I love you) und erarbeiteten in der folgenden Zeit genug Titel für ein eigenes abendfüllendes Programm (1987 im Fontanehaus). Unzählige Auftritte in den Folgejahren bei Hochzeiten, Familienfeiern und dergleichen gaben Routine und motivierten. 

Die DISHARMONISTS sangen in den letzten 30 Jahren auf den verschiedensten Bühnen: Im Kammermusiksaal der Philharmonie, dem Konzerthaus, dem Konzertsaal der UdK und dem Theater des Westens, aber auch auf Kleinkunstpodien wie dem Tipi, dem Kesselhaus der Kulturbrauerei, dem Radialsystem, im Meistersaal, im Comedy Club neben dem Friedrichstadtpalast, im Tempodrom (beim „Blauen Montag“ mit Arnulf Rating), in der Wabe, im Café Theater Schalotte, BKA, der Passionskirche, auf Wowis Bürgermeisterfest, im Schloßparktheater und immer wieder auch hoch im Norden: im Lübarser Labsaal und dem Frohnauer Centre Bagatelle. Daneben gab es mit dem Mozart-Requiem und dem Weihnachtsoratorium vereinzelte Seitensprünge in die “ernste Musik“ und Konzerte in Berliner Kirchen. Mal mit, mal ohne Orchester oder Band. Und seit einigen Jahren ist es Tradition geworden, am Abend des vierten Advents auf dem Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt zu singen. So lange, wie der Glühwein reicht... 

1987 durfte der Chor ins Fernsehen zu Thomas Gottschalk und ins Plattenstudio zu „Frau Suurbier“. Zwei Jahre später wurden die ersten DISHARMONISTS-Arrangements veröffentlicht und 1995 die Arbeit mit dem Kulturpreis „Bonzo“ gewürdigt. Max Raabe sang seine Telefon-Hymne Kein Schwein ruft mich an mit dem Chor und sogar einen Plattenvertrag in den legendären Hansa-Studios gab es: Das Jazzissimo-Programm erschien als Live-Mitschnitt bei Meistersaal-Records. 

Regelmäßig dokumentierte das Ensemble seine Arbeit im Tonstudio und produzierte diverse CDs, neuerdings aber immer öfter bewegt in Ton und Bild auf Youtube. Ihre in Eigenregie gedrehten Musikvideos haben in der Popchor-a-cappella-szene längst Kultstatus. Kein Aufwand ist Ihnen dafür zu hoch: Für Zeitverschwendung, ein Cover von ihren ehemaligen Schulkameraden "Die Ärzte", enterten sie einen Nachmittag lang eine Berliner Zahnarztpraxis. Zu Pink Floyds Shine On You Crazy Diamond kletterten sie auf den Teufelsberg in die ehemalige Abhörstation der Amerikaner und für ABBAs Dancing Queen wurde beinahe eine Ikea-Filiale geplündert. Über allem steht aber immer der Spaß im Vordergrund. Und so machen die Happys gerne auch einfach nur mal Quatsch und filmen sich zu Pharrell Williams Happy-Hymne beim Kindergeburtstag mit Tortenwerfen und Eierlaufen. 

Nach und nach bekamen die Konzertprogramme deutlichere rote Fäden: Pop & Rock, Filmmusiken, Musical, Jazz, Folk & Gospel, zeitgenössische Kompositionen, Worldmusic, deutscher Schlager und Comedy.... fast keine Musikrichtung, die nicht in eigener Art von den 22 Kehlen interpretiert wurde. In (jeweiliger) Landestracht sang sich der Chor in 80 Takten um die Welt. Und selbst Peter und des Wolfes nahm man sich an und präsentierte im TIERISCH-Programm eine eigenwillige, unterhaltsame A-cappella-Version. 2006 veröffentliche der Sikorski Verlag eine Chor-Fassung der DISHARMONISTS von Prokofjews Werk inklusive des Textes von Loriot und einer CD-Aufnahme. Nach gleichem Prinzip (Chor plus Sprecher) brachten die DISHARMONISTS 2005 ein eigenes Musikmärchen vom Froschkönig zur Uraufführung. 

Die Idee, im Chorgesang nicht immer nur weite Täler, Höhen und grünen Wald zu besingen, hatten mittlerweile viele Sangesgruppen. Gerne nehmen die DISHARMONISTS zur Kenntnis, dass einige ihrer „Hits“ inzwischen zum Repertoire vieler anderer Ensembles gehören: So fand z.B. das Chorheft „Wer hat an der Uhr gedreht?“ samt enthaltener DISHARMONISTS-Noten und -CD viele Freunde und Nachahmer. 

Wien, der Ort, an dem 1983 auf einer Kursfahrt die ersten gemeinsamen Chorsätze erklangen, haben die DISHARMONISTS wieder besucht – zum Singen und Proben. Regelmäßige Fahrten führten außerdem zu Konzerten und Auftritten ins Berliner Umland und u.a. nach Prag, Dresden und Leipzig, Marburg, Erfurt, Bremen, Hamburg und an das Steinhuder Meer; Aber auch zum Proben nach Mallorca oder an die Ostsee. Immer häufiger wird die Gruppe zu Chorfestivals gebeten. 2009 wurden die DISHARMONISTS zu einer Konzerttournee nach Namibia eingeladen. 

Carsten Gerlitz gehört mittlerweile zu den am meisten gedruckten deutschen Chorarrangeuren und ist zudem ein gefragter Workshopleiter. Seine Erfahrungen mit den DISHARMONISTS schrieb er in seinem Chorleitungsbuch Just Sing It! (Helbling Verlag) nieder. 

In der kleinen, exotischen Nische „Pop-Chor“, die die DISHARMONISTS vor 30 Jahren für sich entdeckten (laut einer Studienarbeit ist der Chor angeblich der „älteste A-Capella-Popchor Deutschlands!“), ist es mittlerweile eng geworden. Die Chorszene hat in den letzten Jahren eine fulminante Entwicklung durchlaufen, sie ist quasi explodiert: unzählige neue Popchöre und Ensemble entstanden. Der anfängliche, „warnende“ Hinweis der DISHARMONISTS „Chor – einmal anders!“ passt schon lang nicht mehr. Es müsste jetzt heißen: Chor - wie überall! Die sehr eigene Note, etwas Einzigartiges haben sich die DISHARMONISTS jedoch dennoch bewahrt: den schrägen Humor! Welcher Popchor singt schon Monty Pythons Mäuseorgel und den Lumberjack-Song oder führt Nina Hagens Fisch im Wasser samt dem (im Original rückwärts abgespielten) Gagapart auf? Die DISHARMONISTS singen und tanzen Rocky Horrors Timewarp, stilecht kostümiert, oder lassen fast vergessene Perlen von Insterburg & Co. und Ulrich Roski aufleben (Die Kaulquappe, Ach Alfred lass ihn doch!). Sie vergingen sich mit zeitkritischen Neutextungen am deutschen Schlager (Eine neue Niere ist wie ein neues Leben!) ebenso wie mit eingedeutschten Versionen internationaler Hits („Mandy... schokobraune Granate aus Sachsen, bitte red einfach weiter!“). Peter Maffays Jugendsünde Es war Sommer bekam eine neue genau berechnete Wahrheit (Als ich fünf war, war sie 28, bin ich 60, wird sie 110!) und zu Super Trouper gab es die tragische Geschichte vom ersten kleinen Haustier im Kinderleben: dem Superhamster! Auf das Pisa-Debakel reagierten sie mit dem Programm Was Sie schon immer über Songs wissen wollten und ein Jahr später sangen sie im Smoking und Abendkleid mit der Lizenz zum Singen ein 007-James-Bond-Programm. 

Auch nach 30 Jahren freut sich „The World Greatest Harmony Choir“ (so die freundliche Plakatankündigung in Namibia...) immer noch auf den Konzertbeginn. 22 kleine und größere Rampensäue... Den Spaß am Singen merkt man dem Chor nach wie vor an. Es gibt in Sachen Bühnenenergie keine Alterserscheinungen: großartige Songs – unartig vorgetragen! 

Und so lange das Publikum so gerne und zahlreich dem „schrägen“ Gesang lauscht, ist kein Ende in Sicht... 30 Jahre und kein bisschen leise!

Carsten Gerlitz

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